Grußwort

Für ein Älterwerden in Würde

 

Sehr geehrter Besucherinnen und Besucher der 1. Pflegemesse in Dresden,

die gute Nachricht ist: Wir werden immer älter. Und immer öfter sind die Menschen länger gesund und fit. Aber eben nicht immer. Das stellt uns vor große Herausforderungen in allen Bereichen: in der Pflege, in der Politik, im Zusammenleben. Das ist mir persönlich eines am wichtigsten: die Würde des Einzelnen in allen Situationen des Lebens.

Solange wie möglich in den eigenen vier Wänden

Zu dieser Würde gehört für viele der Wunsch, solange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben zu können. Um diesen Wunsch zu erfüllen, müssen wir entsprechende, ganz vielfältige Hilfsangebote schaffen – stationäre, ambulante und ehrenamtliche. Denn ohne Ehrenamt wird es in Zukunft nicht mehr gehen. Die professionellen Pflegekräfte benötigen Unterstützung.

Im Freistaat Sachsen haben wir dafür bereits zwei gut funktionierende Angebote etabliert: die Alltagsbegleiter und die Nachbarschaftshelfer. Alltagsbegleiter unterstützen ehrenamtlich betagte und hochbetagte Menschen. Durch gemeinsame Aktivitäten beugen sie sozialer Isolierung vor und ermöglich so, in den eigene vier Wänden bleiben so können. Sie begleiten bei Behördengängen oder Arztbesuchen; machen Spaziergängen und Ausflüge; sind immer da, wenn sie gebraucht werden. Nachbarschaftshelfer betreuen und entlasten Pflegebedürftige, Personen mit einem erheblichen Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung sowie deren Angehörige. Nachbarschaftshelfer betreuen Pflegebedürftige stundenweise und helfen, den Tagesablauf zu strukturieren. Alle Informationen bekommen Sie hier: http://www.alltagsbegleitung-sachsen.de

Professionelle Pflege wertschätzen

Aber natürlich können ehrenamtlich Engagierte nicht die professionellen Pflegekräfte ersetzen. Wir brauchen gut ausgebildete Pflegekräfte, die mit Empathie, Wissen und Begeisterung dabei sind. Damit alle sich sicher sein können: Auch als Pflegebedürftiger kann ich in Würde altern. Mit vielen verschiedenen Maßnahmen erhöhen wir die Wertschätzung für den Pflegeberuf. Zum Beispiel zahlt der Freistaat Sachsen einen Ausbildungszuschuss für Pflegeschüler, die an Schulen in privater Trägerschaft lernen. Mehr Informationen bekommen Sie hier: http://www.gesunde.sachsen.de/3017.html

Immer wenn ich die Möglichkeit habe, bedanke ich mich bei jungen und bei erfahrenen Pflegekräften persönlich. Denn niemand kann besser für den Beruf werben, als zufriedene Pflegekräfte. Und diese Werbung brauchen wir, um mehr junge Menschen für die Ausbildung zu begeistern. Außerdem wird im Bundestag gerade über eine grundlegende Reform der Pflegeausbildung. Es gibt gute Gründe dafür, die drei bisher getrennten Ausbildungen zusammenzuführen: Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege. Zugleich müssen wir achtsam sein, dass die Ausbildung keine Nachteile für die Auszubildenden bringt. Wir schauen als Sachsen schauen genau hin, was der Bundesgesetzgeber hier entscheidet.

Ein gutes Signal dieser Ausbildungsreform ist die geplante Hochschulausbildung. Damit reagieren wir auf die gestiegenen Anforderungen. Denn es ist wichtig, auf Veränderungen zu reagieren und neue Erkenntnisse und Forschungsergebnisse in der Praxis umzusetzen. Dafür müssen wir auch in der Pflege eine Kultur des lebenslangen Lernens entwickeln und fördern. Alle Beschäftigten brauchen immer die Möglichkeit zur Fort- und Weiterbildung. Ziel all dieser Maßnahmen ist die bestmögliche Unterstützung und Versorgung pflegebedürftiger Menschen.

Neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff

Diese Unterstützung und Versorgung pflegebedürftiger Menschen werden auch mit den Pflegestärkungsgesetzen I, II und III verbessert. Ein Beispiel: Ab 2017 wird es einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff geben. Statt in drei Pflegestufen wird dann in fünf Pflegegrade unterschieden. Das ermöglicht eine noch individuellere und differenzierte Einschätzung, welche Hilfen die Pflegebedürftigen benötigen. Gleichzeitig geht damit ein Paradigmenwechsel einher. Es wird in Zukunft viel mehr darum gehen, welche Hilfen dazu führen, dass pflegebedürftige Menschen solange wie möglich zuhause leben können. Das bringt uns unserem Ziel näher, die Würde des Einzelnen über alles zu stellen. Zugleich – das möchte ich nicht verschweigen – entlasten wir auch die stationären Pflegeeinrichtungen in Sachsen. Alle Informationen zum Thema Pflege haben wir Ihnen unter www.pflegenetz.sachsen.de zusammengestellt. Hier finden Sie auch die sogenannte Pflegedatenbank, in der Sie nach Angeboten, Hilfen und Pflegeplätzen in Ihrer Nähe suchen können.

Die Pflege stellt hohe Anforderungen an unsere Pflegekräfte. Neben dem lebenslangen Lernen ist es deshalb genauso wichtig, sich über aktuelle Unterstützungsmöglichkeiten (zum Beispiel technische Lösungen) zu informieren. Dafür bieten Messen wie die 1. Pflegemesse in Dresden eine gute Gelegenheit. Es ist nicht verwunderlich, dass der Wochenkurier und die Oberlausitzer Veranstaltungs- und Werbeagentur nach Löbau nun auch in Dresden anbietet. Dieser Erfolg spricht für sich. Nutzen Sie die Gelegenheit, um sich zu informieren, neue Möglichkeiten zu entdecken und sich mit Fachkollegen auszutauschen – für unser gemeinsames Ziel: die Würde des Einzelnen in der Pflege als Maßstab unseres Handelns zu nehmen.

Ihre Barbara Klepsch

Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz

Grußwort
Staatsministerin Klepsch


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